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Evangelisches Gymnasium zieht in Ferien um
03. Juli 2014
LR-Online vom 03. Juli 2014: Zwei Jahre hat das 2012 gegründete Evangelische Gymnasium in seinem Übergangsquartier überbrückt. Bis zum Ende der Sommerferien soll der Umbau der ehemaligen Blechen-Grundschule abgeschlossen und das neue Domizil in Sandow fertig für den Einzug sein. Noch sind Handwerker auf allen Etagen der zukünftigen Bleibe des Gymnasiums zugange. Wände und Fensterlaibungen werden gestrichen, Kabel gezogen, Deckenplatten montiert. In der Schulturnhalle lärmt eine Schleifmaschine, die den alten Lack vom Parkettfußboden holt. Auf dem Schulhof werden Pflastersteine verlegt.

Schulleiter Kaspar Kaiser (links) und Architekt Tobias Kessler begutachten den Baufortschritt.

Schulleiter Kasper Kaiser und Architekt Tobias Kessler vom Cottbuser Büro Hampel, Kotzur und Kollegen haben sich auf der Baustelle in der Elisabeth-Wolf-Straße verabredet, um sich gemeinsam ein Bild vom Baufortschritt zu machen. Im September 2013 wurde mit dem Umbau des Schulgebäudes aus DDR-Zeiten begonnen. Der reinen Bauzeit ging eine einjährige Planungsphase voraus. Jetzt, wenige Tage bevor sich die Gymnasiasten in die Sommerferien verabschieden, ist absehbar, dass sie im August in ein Schulhaus einziehen können, das fast aussieht wie ein Neubau. Das neue Domizil des Evangelischen Gymnasiums wird ausreichend Platz für 350 bis 400 Schüler bieten und barrierefrei sein.

Die Schulstiftung der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz als Träger des Evangelischen Gymnasiums hat den Raumplan, das Grundkonzept und den finanziellen Rahmen vorgegeben – insgesamt lässt sich die Schulstiftung den Ausbau des Schulgebäudes 5,3 Millionen Euro kosten. Aber auch Vorschläge und Wünsche von Schülern, Lehrern und Förderverein, die bei Workshops gesammelt wurden, sind in die Entwürfe eingeflossen. Für die Farbgestaltung haben die Schüler eigene Konzepte entwickelt. "Für uns galt es, kreativ zu sein und Wege zu finden, wie die gesammelten Ideen im architektonischen Rahmen umgesetzt werden können. Unsere Entwürfe haben wir in der Schule immer wieder vorgestellt", sagt Kessler.

 

Holz statt Fliesen: Das Thema Natur spielt bei der Innenraumgestaltung eine große Rolle. Foto: Nocon

Die Umbaupläne tragen sowohl der musischen Ausrichtung des Evangelischen Gymnasiums als auch dem Wunsch der Schüler nach Licht und hellen, freundlichen Farben Rechnung. Im Untergeschoss des Schulhauses finden sich zum Beispiel großzügig geschnittene Musik- und Kunsträume mit bodentiefen Fenstern, die den Blick auf einen Lichthof freigeben. "Bei der farblichen Gestaltung der Räume herrschen hier erdige Töne vor. Im Stockwerk darüber spiegelt sich das Grün der Umgebung in der Farbauswahl wider und im Obergeschoss stehen Blau- und Geldtöne für Himmel und Sonne", erläutert der Architekt. Das Thema Natur spielt im Schulgebäude immer wieder eine Rolle. Wo es möglich ist, wurde eine Verbindung nach draußen geschaffen. So bekommt zum Beispiel die zukünftige Mensa des Gymnasiums, für die ein ursprünglich nur überdachter Teil des Schulhofs mit großen Fensterflächen zu einem Raum geschlossen wurde, eine Außenterrasse.

 

Ein ursprünglich nur überdachter Teil des Schulhofs wurde mit großen Fensterflächen geschlossen. Dieser neue Raum wird zur Mensa des Gymnasiums ausgebaut. Foto: Nocon

Gleich über der Mensa liegt die große Schulaula, die auch für Gottesdienst und Konzerte genutzt werden kann. Gleich daneben wird es einen "Raum der Stille" geben.

 

"Er soll unseren Schülern als Rückzugsort offen stehen", erklärt Schulleiter Kaiser.

Aber nicht nur im Raum der Stille sollen sich die Gymnasiasten wohlfühlen. "Die Hülle der Schule wurde energetische ertüchtigt. Das Gebäude wurde komplett wärmegedämmt und hat neue Fenster bekommen. Wir haben bei der Planung viel Wert auf die Aufenthaltsqualität in dem Schulhaus gelegt. Schalldämmende Platten oder akustisch wirksame Vorhänge sorgen für eine angenehme Akustik in den Innenräumen. So wird es zum Beispiel in Aula und Mensa nicht so hallig sein", erläutert Tobias Kessler. Bei all ihren Überlegungen mussten die Planer stets das Kostenlimit im Auge behalten. "Deshalb haben wir so viel Substanz erhalten, wie möglich war. Deshalb werden zum Beispiel die Bodenplatten im Untergeschoss oder das Parkett in der Turnhalle erstmal liegen bleiben", sagt der Architekt.

In der Farbe der Fensterlaibungen spiegelt sich die Farbgebung der Innenräume wider. Foto: Nocon
In der Farbe der Fensterlaibungen spiegelt sich die Farbgebung der Innenräume wider. Foto: Nocon

Auch die Schüler des Evangelischen Gymnasium bringen sich beim Umbau mit ihren Mitteln mit ein. "Kürzlich haben sie zu einem Baustellenfrühstück eingeladen", lobt Tobias Kessler. "Es war ein Dankeschön", erklärt Kaspar Kaiser. "Und eine Motivationshilfe für den Endspurt."

Bei einem Benefizkonzert am kommenden Dienstag, 8. Juli, wollen die Schüler des Evangelischen Gymnasiums Spenden einspielen und damit einen Beitrag zum Ausbau ihres neuen Schulgebäudes leisten.Das Konzert beginnt um 17.30 Uhr in der Oberkirche. Der Eintritt ist frei.

 

 

Nicole Nocon (Redakteurin Lausitzer Rundschau)

QUELLE: LR-Online (LINK)