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„The Butterfly Project“: 56 neue Schmetterlinge zur Erinnerung an Holocaust-Opfer
23. August 2021

1,5 Millionen bemalte Keramik-Schmetterlinge zur Erinnerung an die 1,5 Millionen Kinder und Jugendlichen, die im Holocaust ermordet wurden – das ist die Mission des „Butterfly Project“.

Seit das Projekt 2006 an einer Schule in San Diego (USA) auf den Weg gebracht wurde, sind weltweit rund 260 000 Schmetterlinge bemalt worden. Nun sind 56 weitere Schmetterlinge dazugekommen.

Die beiden neunten Klassen des Evangelischen Gymnasiums holten in der ersten Schulwoche nach den Ferien ihr „Butterfly Project“ nach, das im vergangenen Schuljahr Corona-bedingt verschoben werden musste.

Das Evangelische Gymnasium Cottbus war eine der ersten deutschen Schulen, die sich am „Butterfly Project“ beteiligten. Im Januar 2020 wurden die ersten Schmetterlinge, die von den damaligen Achtklässlern bemalt worden waren, an der Fassade des Schulgebäudes angebracht. Bei der Einweihung der Installation durch Rabbi Walter Rothschild waren auch Nachfahren des Cottbuser Holocaust-Überlebenden Max Schindler am Evangelischen Gymnasium zu Gast.

Wie schon beim ersten Durchgang beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler auch jetzt wieder mit den konkreten Biografien von jungen Menschen, die den Holocaust nicht überlebt haben. Die Beteiligten erfuhren etwas über die Herkunft und das Schicksal des Kindes oder des Jugendlichen, für das oder den sie einen Schmetterling bemalten.

Neu war in diesem Jahr, dass Lilli Krämer und Alma Schüttenhelm, zwei Zehntklässlerinnen des Evangelischen Gymnasiums, ihre Mitschülerinnen und Mitschüler durch das „Butterfly Project“ begleiteten. Lilli und Alma setzen sich im Rahmen des Projekts „Making History Alive“ intensiv mit dem Holocaust auseinander. Lilli hatte während ihres Praktikums eine Präsentation zur Geschichte des Antisemitismus erarbeitet, mit der die Neuntklässler nun an das Thema herangeführt wurden.

Welche Folgen der Antisemitismus für die Juden in der Stadt Cottbus hatte, erfuhren die Schülerinnen und Schüler bei einem Rundgang durch die Cottbuser Innenstadt. Die Tour führte vom Standort der zerstörten Synagoge zu Orten, die mit der Geschichte der Verfolgung der Cottbuser Juden verbunden sind. An jeder der Stationen waren die Stimmen von Zeitzeugen zu hören, die von ihren Erfahrungen während der Zeit des Nationalsozialismus in Cottbus erzählten.

Wer sich auf dem Weg durch die Stadt genau umschaute, bekam auch Antworten auf die Frage, was das Thema des Projekts mit unserer Gegenwart zu tun hat. Zum Beispiel fand sich unweit der Schule an der Elisabeth-Wolf-Straße ein Verkehrsschild, das mit der Aufschrift „NS Zone“ besprüht worden war. 

Auch die Achtklässler des Evangelischen Gymnasiums werden sich – sofern Corona es zulässt – noch in diesem Schuljahr am „Butterfly Project“ beteiligen. Die Installation aus bunten Keramik-Schmetterlingen an der Fassade des Schulgebäudes, die ein sichtbares Zeichen zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust ist, wird weiter wachsen.