Modell Sandow – wie wollen, wie werden wir in Zukunft miteinander leben?

Ein Projekt zu Architektur und Städtebau

Der Grundkurs Kunst 11 setzt sich im zweiten Schulhalbjahr 24/25 mit dem Viertel auseinander, in dem die Schule liegt. Das vom Plattenbau der DDR geprägte Viertel, mit dem auch die Schule selbst ursprünglich gebaut wurde, ist heute nicht mehr ein für modernen Wohnkomfort begehrter Lebensort wie einst. Er wird heute als etwas vernachlässigter Stadtteil mit einem Schwerpunkt auf sozial schwachen Gruppen wahrgenommen – und nur wenige der SchülerInnen haben unmittelbar Erfahrung mit dem Wohnen und Leben dort, auch wenn ihre Wege z.B. zur Trambahnhaltestelle notwendig durch die Wohnblöcke führen. Die TeilnehmerInnen des Grundkurses wählen sich eine gegebene Situation, die sowohl eine Gruppe von Wohnblöcken wie auch den Raum zwischen ihnen und um sie herum einschließt, und denken darüber nach, wie sie diesen Raum, den sie heute eher ablehnen, durch eine Umgestaltung von Gebäuden, Fassaden, eine Neugliederung der Straßen- und Grünflächen, eine Differenzierung des Angebots an Einkaufs-, Begegnungs-, Arbeitsmöglichkeiten zu einem Ort machen könnten, der zukunftsfähig ist hinsichtlich der sich heute stellenden Fragen nach Resilienz gegenüber den Folgen des Klimawandels, hinsichtlich der sich verändernden sozialen Struktur unsrer Gesellschaft, aber auch eine neue Nähe zwischen Leben und Arbeiten entwirft. Die Konzepte – Zeichnungen, Modelle, Kommentare – werden in einer für den Anlass entstehenden Ausstellungsarchitektur präsentiert, in Sichtbeziehung zu den Blöcken, um deren Veränderung es geht, und neben der Schulgemeinschaft auch die Bewohner dieser Blöcke eingeladen. Ein paar kommen, wie auch die Bürgermeisterin von Cottbus, Frau Mohaupt, und es entfalten sich intensive Gespräche – das Projekt, die Gedanken und Ideen der SchülerInnen stossen auf großes Interesse.

Niklas Nitschke

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